Wachau-Radmarathon – Michael Wagner

Ich entschied mich recht spontan, am Wachau-Radmarathon Light teilzunehmen, da die aktuelle Form viel zu gut war, um sie vor der Sommerpause an Strava-Segmenten zu „vernichten“. Meine Wunschdistanz war eigentlich die 100-km-Distanz, aufgrund des gewaltigen Andrangs war diese aber bereits ausverkauft. Naja, egal – dann halt kurz und knackig. Auch hier war die Auslastung mit fast 500 Startern bereits sehr hoch. Ein Blick auf die Startliste ließ Gedanken an eine mögliche Attacke in den Vordergrund treten, und so wurde das Streckenprofil genauestens studiert und eine geeignete Taktik zurechtgelegt.

Um das Rennen nicht zu entspannt beginnen zu lassen, die Konkurrenz gleich von Beginn an anzutesten und etwas Druck zu machen, startete ich am Ende der Neutralisierung gleich mal den ersten Ausreißversuch. Das Ergebnis war sehr zufriedenstellend: Die Spitze wurde auf etwa 15 Fahrer reduziert. Florian Hasitzka (Radwerk.cc) und ich übernahmen überwiegend die Führungsarbeit und vereinbarten einen weiteren Ausreißversuch.

Im nächsten Steilstück setzte ich alles auf eine Karte und attackierte mit aller für mich möglicher Härte. Nach etwa drei Minuten Vollgas waren schließlich nur noch Florian und ich übrig. Ihn verlor ich dann leider in der technischen Abfahrt aufgrund fehlender Streckenkenntnis – und überquerte 25 Kilometer später trotzdem äußerst zufrieden auf dem 2. Gesamtplatz die Ziellinie.

Fazit: Nach der ersten erfolgreichen Attacke meines Lebens musste ich auf die harte Tour lernen, dass ein Radmarathon danach zum Einzelzeitfahren wird (das sieht im Fernsehen deutlich entspannter aus). Im Endeffekt war es das bisher härteste, aber dennoch auch gewaltigste Rennen meines Lebens – mit einer neuen Stundenbestleistung.