Ein Wochenende, zwei Rennen, volle Motivation: Daniel und Wolfgang freuten sich schon lange auf dieses besondere Zeitfahr-Wochenende.
Los ging es am Freitagabend mitten in Ljubljana, wo das bekannte Zeitfahren im Rahmen des Marathon Franja für echte Rennatmosphäre sorgte. Die Strecke: 21,2 brettebene Kilometer von Ljubljana hinaus Richtung Domžale und wieder retour – ideal für Tempo, Aeroposition und pure Wattarbeit.
Wolfgang eröffnete das Rennwochenende. Nach einer einwöchigen Pause waren die Erwartungen gedämpft, doch das Ziel war klar: die Qualifikation für die EM in Varese. Zu Beginn lief es stark: Die Beine drehten gut, das Tempo passte. Doch ab Rennhälfte wurde es richtig hart. Der Puls kletterte in den roten Bereich, die Leistung fiel Kilometer für Kilometer – und kurz vor Schluss kostete eine unfreiwillige Zusatzschleife nochmals wertvolle 30 bis 40 Sekunden. Umso größer war die Freude im Ziel: Mit 27:29 Minuten holte Wolfgang Platz drei und sicherte sich trotz aller Widrigkeiten die Qualifikation für die WM.
Eine Stunde später, um 19:30 Uhr, rollte Daniel an den Start.
Die Motivation war riesig: Zum ersten Mal in dieser Saison konnte er sich auf flacher Strecke mit den besten TT-Spezialisten messen.
Schon nach den ersten Kilometern war klar: Heute passt alles. Die Beine waren da, die Position stimmte, die angepeilte Leistung fühlte sich fast mühelos an. Dann folgte ein echter Paukenschlag: Daniel raste mit einer Traumzeit von 24:53 Minuten und einem Schnitt von 51 km/h zur Tagesbestzeit – 30 Sekunden vor weiteren starken TT-Spezialisten wie Braun, Führweger und Geretschnig. Die Freude war entsprechend groß. Daniel war mit seiner Leistung und der Aero-Performance mehr als zufrieden – der Winter voller Aero-Tüfteleien hatte sich spätestens jetzt eindrucksvoll bezahlt gemacht.
Schon am nächsten Tag ging es direkt weiter – diesmal in die komplett andere Richtung: quer durch Österreich ins rund 600 Kilometer entfernte Leerstetten in Bayern. Dort wartete auf die beiden ein 19,5 Kilometer langes Zeitfahren, das zugleich als Bayerische Meisterschaft ausgetragen wurde. Auch hier war die Motivation groß: Daniel und Wolfgang wollten sich erneut mit starker Konkurrenz messen – diesmal mit einigen der besten Zeitfahrer aus Deutschland.
Die Kulisse hätte kaum unterschiedlicher zu Ljubljana sein können: kein großes Stadtrennen, keine breite Bühne – stattdessen ein Feld als Parkplatz, ein paar Tische, ein Griller und jede Menge hochmotivierte Radsportler aller Lizenzklassen. Genau diese reduzierte Atmosphäre machte den besonderen Reiz aus.
Die Strecke war mit einigen Kurven und zwei Wenden technisch deutlich anspruchsvoller als in Slowenien, blieb mit rund 100 Höhenmetern aber dennoch schnell – perfekt für alle, die Tempo, Mut und sauberes Pacing verbinden konnten.
Daniel eröffnete den Renntag in der Klasse Elite-Amateure – und war sofort voll gefordert. Schon zu Beginn machte ihm das Wattmesssystem einen Strich durch die Rechnung. Statt nach Leistung musste Daniel nach Puls fahren – keine einfache Aufgabe, wenn es im Zeitfahren um perfektes Pacing und jede Sekunde geht. Doch Daniel ließ sich davon nicht aus dem Konzept bringen. Trotz der erschwerten Bedingungen zog er sein Rennen stark durch und fuhr über die 19,5 Kilometer die drittschnellste Zeit in der Elite-Klasse.
Bei Wolfgang zeigten sich die Beine nach der „Vorbelastung“ in Ljubljana überraschend gut – vielleicht sogar besser als am Vortag. In der Masters-Klasse 3 wartete starke Konkurrenz, unter anderem mit bekannten Athleten wie „dem Baranski“
Schon vom Start weg war das Gefühl richtig gut. Wolfgang musste sich bewusst bremsen, um nicht zu schnell loszulegen – im Zeitfahren meist ein sehr gutes Zeichen. Das Rennen lief kontrolliert und stark. Auch auf den letzten Kilometern waren noch genügend Watt am Pedal, um das Tempo hochzuhalten. Am Ende durfte Wolfgang über den Sieg in seiner Klasse jubeln – ein perfekter Abschluss eines intensiven und erfolgreichen Rennwochenendes.
Vernünftig war dieses Wochenende wohl nicht – aber genau deshalb bleibt es in guter Erinnerung.
1.300 Kilometer mit dem Auto für zweimal rund 20 Kilometer Vollgas am Rad – das versteht vermutlich nicht jeder. Aber wer Zeitfahren liebt, weiß genau, warum man so etwas macht. Für Daniel und Wolfgang – gemeinsam mit ihren charmanten Betreuerinnen Christina und Renate – wurde es ein besonderes Abenteuer voller schöner, lustiger und sportlicher Erinnerungen.
Und eines ist spätestens jetzt klar: Wir sind auf dem richtigen Weg. Mit viel Motivation, Selbstvertrauen und Vorfreude blicken wir den wichtigen Rennen im Herbst entgegen.