Bericht Wolfgang Götschhofer:
„Sub 1h“ noch mal geschafft!
Der King of the Lake, mittlerweile die Mutter aller Zeitfahren, fand heuer am letzten Septemberwochenende statt. Heuer ging es für mich erstmals in der Altersklasse U60 an den Start – was sich mit gerade einmal 50 Jahren zugegebenermaßen schlimm anhört. 🙈
Das Wetter spielte perfekt mit. Typisches KOTL-Wetter, angenehme Temperaturen und nur leichter Wind sorgten für sehr gute und faire Bedingungen. Die Konkurrenz in meiner neuen Altersklasse war allerdings international richtig stark. Etwas speziell war diesmal meine persönliche Rennvorbereitung. Da am selben Tag gute Freunde von uns heirateten, war mein Zeitplan ziemlich eng. Zwischen Trauung, Renn-Start um 15:42 und der Hochzeitsfeier blieben mir gerade einmal zwei Stunden.
Sportlich lief es zunächst nicht ganz nach Wunsch. Auf der ersten Hälfte bis Unterach fand ich nie so richtig in den Flow – es wollte einfach nicht so richtig rollen …
Ab Unterach änderte sich das Gefühl und die zweite Hälfte lief dann etwas besser. Im Ziel kam dann aber die richtig schöne Überraschung: unter einer Stunde, wenn auch nur knapp 😉
Die Runde um den Attersee zum zweiten Mal in Sub 1h zu schaffen, war eines meiner großen Ziele in diesem Jahr. Umso schöner, weil dies beim KOTL zuvor noch keinem Fahrer über 50 gelungen war. In der stark besetzten U60-Klasse bedeutete meine Zeit von 59:51 Minuten am Ende Platz 2 hinter Chr. Cepnik – ein Ergebnis, mit dem ich mehr als zufrieden bin. Lange Zeit zum Feiern gab es allerdings nicht. Nach dem Zieleinlauf ging es schnell wieder zurück auf die Hochzeit. 😊
Die sportliche Feier und der Saisonabschluss wird daher noch etwas verschoben, denn bereits nächstes Wochenende wartet die UEC-Europameisterschaft im Einzelzeitfahren in Varese. 🇮🇹
Danach wird dann auch auf den KOTL richtig angestoßen!
Bericht Daniel Hochstraßer
Die diesjährige Ausgabe des KOTL war für mich etwas ganz Besonderes: Zum ersten Mal durfte ich im Regenbogentrikot des Gran-Fondo-Weltmeisters an den Start gehen. Eine zusätzliche Ehre war es, um 17:20 Uhr als letzter Starter von der Rampe zu rollen. Ein besonderer Moment – und einer, der neben aller Freude auch eine gewisse Erwartung mit sich bringt: Wer im Regenbogentrikot startet, möchte natürlich abliefern.
Die Vorbereitung auf den KOTL verlief allerdings nicht ganz nach Wunsch. Aufgrund der nur 15 Kilometer langen WM-Strecke hatte ich mein Training heuer vor allem auf kurze Zeitfahren mit einer Belastungsdauer von bis zu 30 Minuten ausgerichtet. Ein Konzept, das bis dahin auch sehr gut aufgegangen war. Nach der WM musste ich dann jedoch durch verschiedene Umstände und eine Krankheit einige Tage komplett aufs Rad verzichten. Für die deutlich längere Belastung beim KOTL waren das nicht gerade ideale Voraussetzungen.
Aber genug gejammert: Am 26. September stand ich gesund, topmotiviert und komplett „aufgemascherlt“ auf unserer neuen – nebenbei bemerkt wirklich genialen – Startrampe. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich bereits, dass in der Amateurklasse eine Zeit von 56:46 Minuten zu Buche stand. Das war knapp eine Minute schneller als meine bisherige persönliche Bestzeit. Für mich der Anlass, meine Pacingstrategie unmittelbar vor dem Start noch einmal zu überdenken und etwas mehr Risiko einzugehen.
Gesagt, getan: Mit gut zehn Watt mehr als ursprünglich geplant nahm ich die erste Rennhälfte in Angriff. Anfangs ging die Rechnung auf, das Tempo war hervorragend. Ab Parschallen musste ich für den offensiven Beginn allerdings bezahlen – und das ist beim KOTL leider verdammt früh, um „einzugehen“. 😉
Woran es letztlich lag, lässt sich schwer sagen. Vielleicht war es der selbst auferlegte Druck, vielleicht ein wenig zu viel Motivation oder schlicht der zu schnelle Beginn. Fest steht: Ich fand an diesem Tag nie so richtig in meine Position auf dem Rad. Ein runder Rücken, zu viel Bewegung im Oberkörper, der Kopf zu hoch – das war nicht das Zeitfahrgefühl, das ich mir gewünscht hatte.
Doch Rennfahren fühlt sich selten wirklich gut an. Gerade im Zeitfahren bleibt es ein schmaler Grat zwischen „Da wäre noch mehr gegangen“ und „Das war etwas zu viel“.
Neue Bestzeit statt Titelverteidigung
Natürlich war ich mit dem Ziel angetreten, meinen Titel zu verteidigen. Entsprechend war im ersten Moment auch etwas Enttäuschung dabei. Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt – und mit etwas Abstand überwiegt die Freude über das Erreichte: Mit 56:04 Minuten konnte ich meine bisherige Bestzeit um 1:34 Minuten verbessern. Darauf bin ich durchaus stolz.
Meine „Krone“ gebe ich an den hochverdienten Sieger Julian Braun weiter. Herzliche Gratulation zu dieser starken Leistung!
Einmal mehr hat der KOTL für große Emotionen und Momente gesorgt, die bleiben. Ein herzliches Dankeschön an alle, die mich im Startkanal, entlang der Strecke, im Ziel und bei der Siegerehrung angefeuert und den ganzen Tag über motiviert haben. Ihr habt diesen Renntag zu einer wunderschönen Erinnerung gemacht!