Die „Race Around Austria“ (RAA)-Team-Challenge führt über 560km und satte 6500 Höhenmeter einmal rund um Oberösterreich. Start und Ziel befinden sich bekannterweise in St. Georgen im Attergau. Nachdem wir (Wolfgang Götschhofer und Daniel Hochstraßer) das Rennen bereits 2023 für uns entscheiden konnten, wollten wir es nach einem Jahr Pause, nun auch auf der Langdistanz wieder wissen. Das ambitionierte Ziel: die Zeit von `23 unterbieten.
Ein wesentlicher Unterschied zu „normalen“ Radrennen besteht darin, dass du zu einem Ultra-Rennen wie dem RAA nicht einfach am Tag X an der Startlinie aufkreuzt und dein Rennen runterstrampelst, sondern vorab eine ganze Reihe an Vorbereitungen und Planungen zu erledigen hast.
Der sicherlich entscheidendste Punkt, mit dem das Projekt „Challenge“ steht und fällt, ist das Team. Es reicht nicht „nur“ seine Aufgabe – sei es das Autofahren, die Navigation, die direkte Atlethenbetreuung etc. – zu erfüllen. Fast noch wichtiger sind die Chemie und die Stimmung die im Bus und auf der Strecke herrschen. Unser Dreamteam bestand heuer aus Christina Hochstraßer, Bernhard Haslinger und Alexander Sixim Bus und Renate und Felix Götschhofer in der Homebase – und Dreamteam ist fast noch eine Untertreibung!!! Von der ersten Planung, über das Rennen selbst, bis zur Rückgabe Busses performte jeder für sich und wir gemeinsam im Team in Perfektion!
Ein weiterer Erfolgsfaktor sind unsere Sponsoren. An dieser Stelle wollen wir uns ganz herzlich für die sensationelle Unterstützung bedanken – ohne euren Support wären sportliche Höchstleistungen niemals möglich! Fabian Legat, der auch vorab in der Rennplanung mit dabei war und die Firma Legatmachten uns für die Challenge mobil und sorgten für pannenfreie Fahrt. Salzkammergut Biker Gmundensorgte mit Material und Service für perfekte Räder und ein defektfreies Rennen. Die frisch gewachsten Ketten vom „Baranski“ und Bernie Haslinger und das Bike-fitting von Manfred Gattringer brachten uns schließlich noch die entscheidenden Watt!
Nun zum Rennen: Los ging es am 13.08. um 18:42 Uhr. Als letztes Team wurden wir von der imposanten Startrampe am Hauptplatz von Sankt Georgen in die letzten Sonnenstrahlen des Tages entlassen. Dass es ein hart umkämpftes Rennen werden würde, wussten wir nach dem genauen Studium unserer Konkurrenten, bereits vorab. Vor allem 2 Teams hatten wir besonders im Auge. Wir kamen gut ins Rennen und überholten Team um Team. Vor allem auf den ersten 160km konnten wir unsere Zeitfahrqualitäten voll ausspielen.Bald hatten wir alle vor uns gestarteten Teams überholt und setzten uns früh an die Spitze des Rennens. Auch der fehlende Funk – wir mussten uns schon nach wenigen Kilometern aus technischen Gründen davon „befreien“ – brachte uns nicht aus der Ruhe. Soweit so gut. Als nächstes kam das „berüchtigte“ Mühlviertel mit seinen gefühlt 1000 Anstiegen und verwinkelten Straßen. Auch die Nacht scheint im Norden Oberösterreichs noch eine Spur dunkler zu sein ;). So hart die Strecke – so toll die Zuschauer. Immer wieder fanden sich Fanzonen und bekannte Gesichter die uns durchs Mühlviertel anfeuerten.
Da zu Beginn alles so „easy“ gelaufen ist und wir schon früh alle Teams überholt hatten war eigentlich alles ganz locker – bis zu dem kurzen Satz den mir Götschi im Rahmen eines Wechsels zurief: „Oida, die san nur 1 Minuten hinter uns!“. Erst da wurde uns klar, dass wir nicht alleine an der Spitze waren. Ab dann – wir befinden uns nun schon am Ende des Mühlviertels in Fahrtrichtung Zentralraum – wurde es hektischer, aber auch spannender. Die starke Konkurrenz, bzw. deren Lichter immer im Rückspiegel, passierten plötzlich Fehler. Auf den nächsten Kilometern sollten wir uns satte 3-mal verfahren und 1 Licht verlieren. Auch taktische Überlegungen wurden nun angestellt – sollen wir vorne bleiben und uns jagen lassen, sollen wir die anderen nach vorne lassen und lieber Jäger sein, oder sollen wir die Pace erhöhen und versuchen uns abzusetzen und vor allem: wie stark sind die denn eigentlich noch da hinter uns?
Bernie – seines Zeichens Chefanalytiker und DS – gab an dieser Stelle den einzig richtigen Plan aus: Ruhig bleiben, das eigene Tempo fahren und auf unsere TT-Stärke vertrauen – die meisten Höhenmeter hatten wir bereits hinter uns gebracht und es folgten viiiiele flache Kilometer. Und siehe da, plötzlich begannen wir uns von der Konkurrenz abzusetzen. 1 Minute Vorsprung, 3 Minuten Vorsprung, 10 Minuten Vorsprung… es lief. Als dann am Hengstpass langsam die Sonne aufging, wir uns einen komfortablen Vorsprung herausgefahren hatten und die Stimmung im Bus permanent am Höhepunkt war, setzte nochmal ein wahrerEnergieschub ein und wir wussten, dass uns diesen Erfolg heute niemand mehr wird wegnehmen können. Es folgten der Ziehberg, Gmunden, der Hochlecken und schließlich über unsere „homeroads“ die Zieleinfahrt über den Attersee und Oberwang nach Sankt Georgen.
14:27h dauerte unser „Ritt“ um Oberösterreich. 31 Minuten Vorsprung sollten wir am Ende des Tages auf unsere starke Konkurrenz aus Deutschland ins Ziel bringen und 31 Minten sind es auch um die wir unsere Siegerzeit von 2023 unterbieten konnten. Es war ein unglaublich schönes, aber auch verdammt hartes Rennen. Highlight war definitiv unser geniales Team, das von Anfang bis zum Schluss perfekt harmonierte und die perfekte Balance aus Ernsthaftigkeit und Spaß an den Tag legte. Leute, es hat richtig Bock gemacht und es war ein geiles Erlebnis. Danke, dass wir als Jockeys mit euch dieses tolle Abenteuer erleben durften!!!
Ein besonderes Highlight war auch unser „Fanclub“ der uns zum einen kurz nach 03:00 Uhr in Steyr, Lahrndorfund Ternberg nochmal richtig wach peitschte und uns Schub gab uns von der Konkurrenz abzusetzen und uns zum anderen um 09:00 Uhr in Sankt Georgen in Empfang nahm. Ihr seits die Besten!!! Danke auch an alle AtterbikerInnen die uns am Start, auf der Strecke, im Ziel und bei der Siegerehrung anfeuerten.
Herzliche Gratulation an dieser Stelle auch nochmal an Michi Nussbaumer und sein Team. Ihr habt einmal mehr ein tolles Event auf die Beine gestellt und seit eurem Slogan „Österreichs emotionalstes Radrennen!“mehr als Gerecht geworden.
Video zum Rennnen (by Bernie) gibts hier —>e6832f6d-fbdb-4daf-af9f-195fce53702