EM-Gold und Platz sechs in Varese – ein starker Saisonabschluss für Daniel und Wolfgang
Bella Italia, eine anspruchsvolle Strecke und ein hochkarätiges Starterfeld: Bei den UEC Gran Fondo European Championships am 4. Oktober 2026 in Varese zeigten Daniel und Wolfgang zum Saisonabschluss noch einmal groß auf. Daniel sicherte sich mit der Tagesbestzeit über alle Altersklassen den Europameistertitel, Wolfgang fuhr mit einer starken Leistung auf Platz sechs seiner Altersklasse – nur 20 Sekunden vom Podium entfernt.
22,2 Kilometer und 220 Höhenmeter warteten auf die beiden. Nahezu alle Anstiege lagen auf der ersten Streckenhälfte, ehe es nach der Wende überwiegend bergab zurück Richtung Ziel ging. Ein Kurs, der nicht nur starke Beine, sondern auch eine kluge Krafteinteilung und fahrtechnisches Können verlangte. Im restlos ausgebuchten Starterfeld war die Konkurrenz groß – ebenso wie die Vorfreude auf das letzte große Saisonhighlight.
Daniel: Mit Streckenrekord zum Europameistertitel
Einmal noch Rennvorbereitung. Einmal noch Warmfahren auf der Rolle. Einmal noch Gänsehaut auf der Startrampe. Und einmal noch „ballern“ bis zum Umfallen!
Welcher Ort könnte besser geeignet sein, um Europameisterehren auszufahren, als das malerische Varese? Die europäische Zeitfahrelite des Amateursports war versammelt, und alle hatten dasselbe große Ziel: das begehrte Europameistertrikot mit den Sternen mit nach Hause zu nehmen.
Auf dieser Strecke war die richtige Einteilung entscheidend. Die erste Hälfte bergauf, die zweite deutlich schneller – ein klassischer Fall für einen „Positive Split“, also eine längere Fahrzeit auf der ersten als auf der zweiten Streckenhälfte.
Ich fand schnell ins Rennen. Hatte ich eine Woche zuvor noch mit meiner Position auf dem Rad gehadert, passte diesmal wieder alles: Oberkörper ruhig, Rücken gerade, Kopf unten. Das Gefühl stimmte, und ich konnte mich voll auf meine Leistung konzentrieren.
Im Ziel blieb die Uhr bei 27:12 Minuten stehen. Streckenrekord! Die Zeit war also schon einmal richtig gut. Jetzt hieß es warten: Was würden die anderen noch auf die Strecke bringen?
Am Ende stand fest: Meine Zeit blieb die Tagesbestzeit über alle Altersklassen. UEC Gran Fondo Europameister – Wahnsinn!
Drei Titel in einer Saison
Im Winter 2025/26 hatte ich nach einer bereits sensationellen Saison 2025 noch einmal alles hinterfragt, vieles optimiert und viel investiert. Nun darf ich auf eine nahezu perfekte Saison zurückblicken: Österreichischer Meister im Mai, Weltmeister im August und Europameister im Oktober. Drei Titel in einem Jahr – das ist schwer in Worte zu fassen.
Das Schönste daran war aber, diesen Erfolg vor Ort mit meiner Christina und meiner Familie – Mama, Verena, Astrid, Magdi, Renate und Wolfgang – teilen und feiern zu können.
Ihr wisst gar nicht, wie groß euer Anteil daran ist. Danke, dass ihr an meiner Seite seid!
Wolfgang: Starke Fahrt und nur 20 Sekunden zum Podium
Nur eine Woche nach dem KOTL stand für mich bereits das nächste und gleichzeitig letzte große Saisonhighlight auf dem Programm: die Europameisterschaft im Einzelzeitfahren in Varese.
Die Strecke war für mich keine Unbekannte. Bereits bei der WM 2018 war ich hier am Start. Ich wusste also, dass mich ein anspruchsvoller und technisch herausfordernder Kurs erwartete. Auch die Konkurrenz war erwartungsgemäß extrem stark: Die besten Zeitfahrer ihrer jeweiligen Altersklassen kämpften um die EM-Medaillen. Es war also angerichtet!
Gegen 14 Uhr ging es für mich bei perfekten Bedingungen auf die Strecke. Gleich nach dem Start merkte ich, dass die Beine gut drehten. Die Wattzahlen am Tacho gefielen mir, und bereits nach wenigen Kilometern konnte ich die beiden vor mir gestarteten Fahrer einholen – im Zeitfahren immer ein richtig motivierendes Gefühl!
Nach der Wende wurde es allerdings etwas schwieriger. Ausgerechnet auf dem schnellen, abfallenden Streckenteil hatten wir Gegenwind. Um das Tempo hochzuhalten, musste ich deshalb weiterhin ordentlich arbeiten.
Eine der Schlüsselstellen war der zweite Tunnel. Hier konnte man nicht einfach voll durchziehen: Die Linie musste genau passen, denn bei diesem Tempo wäre ein Fehler definitiv keine gute Idee gewesen. Also sauber durch, Linie treffen – und danach wieder Vollgas!
Auf den letzten Kilometern konnte ich noch einmal ordentlich pushen und erreichte schließlich nach 29:20 Minuten das Ziel.
Schneller als 2018 und knapp an den Medaillen dran
Mit meiner Fahrt war ich sehr zufrieden. Ich war rund 40 Sekunden schneller als bei der WM 2018, und auch die Wattzahlen bestätigten mir, dass ich an diesem Tag eine richtig gute Leistung abgeliefert hatte.
Am Ende bedeutete meine Zeit Platz sechs in meiner Altersklasse. Das hört sich im ersten Moment vielleicht nicht ganz so spektakulär an – vor mir lagen allerdings ausschließlich absolute Spitzenfahrer, die an diesem Tag noch etwas schneller waren. Gerade einmal 20 Sekunden fehlten auf das EM-Podium. Bei einem knapp 30-minütigen Zeitfahren zeigt das, wie eng es an der Spitze zuging.
Nach dem KOTL und der Europameisterschaft kann ich mit einem sehr guten Gefühl in die Saisonpause gehen. Zwei starke Rennen zum Abschluss, viele schöne Erlebnisse – und vor allem die Gewissheit, dass die Form zum Saisonende noch einmal richtig gut war.
Gemeinsam feiern, gemeinsam die Saison ausklingen lassen
Am Abend gab es gleich mehrere Gründe zum Anstoßen: Daniels Europameistertitel, Wolfgangs starke Leistung und den Abschluss einer langen Rennsaison. Gemeinsam mit der Familie ließen wir die schönen Tage in Varese gebührend ausklingen.
Ein Europameistertitel, ein sechster Platz und viele besondere Erinnerungen – so darf eine Saison zu Ende gehen!